Während ihrer Urlaubswoche in Livornien wird Alt Präsidentin Jones eine visite guidé durch das Schloss gewährt, die zuletzt auch in die Kapelle führt.
Hier entlang, bitte!
Während ihrer Urlaubswoche in Livornien wird Alt Präsidentin Jones eine visite guidé durch das Schloss gewährt, die zuletzt auch in die Kapelle führt.
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Die heutigen Volksabstimmungen schön und gut, aber mich interessiert das Ergebnis der WAHLEN! Wer wird denn nun der neue CartA Direktor?
Was ist Euer Lieblingsspielzeug?
Ich bin zu geizig. Kein Wein ist mehr als 10 Euro wert - auch kein Fendant. So lecker er auch sein mag.
Oh, zehn Euro... wieviel ist das in Franken?
Hofrat Brasseur blickt erwartungsvoll zur Präsidentin, in der Hoffnung eine eindeutige Praference zu erhalten.
Königliche Academie der Architecturkunst und Bildhauer
Stiftungsprofessur für angewandte Architektur und Baustilgeschichte
Milena Preradovic
Erzähl!
Hôtel Royal
Hofrat Brasseur, Ordinarius in Manua, versieht auf Einladung des Dekans als außerordentlicher Professor die Ständige Gastdozentur für Architektur und Kunstgeschichte an der Philippina.
Ständige Gastdozentur für Architektur und Kunstgeschichte
Wenn Madame möchten, können wir im Anschluss noch die Schlosskapelle besuchen.
In der Tat, Monsieur! In der Tat!
Ein manuelinischer Langsaal. Erbaut von Hofarchitekt Bértrand-Nicolas de Monreux-Castelneuve. Man war damals der Meinung, der durch den Abriss der Freitreppe entstehende Zwischenraum zwischen der Alten Wachloge und späteren Violinenkabinett Königin Julies einerseits und dem Aufgang der Barone andererseits sei der beste Ort für einen repräsentativen Wohnsaal. Die Wände sind mit serger Kacheln ausgekleidet - unüblich für die Epoche contraharmonisch mit den steinernen Bodenplatten oszillierend, sehen Sie? Ursprünglich für Feste und große Bankette gedacht, verfügt der Saal über einen offenen neomelber Kamin mit ausladenden vidoner Konsolen. Früh schon wurde der Raum dem Lieutenant-Colonel der 2° Mousquetaires à pieds de la garde als Wohnung und Dienstzimmer zur Verfügung gestellt und entwickelte sich zum Centrum der Schlosswache. Das war er, bis die Herzog Balthasar Kaserne errichtet wurde. Hier, sehen Sie die verblassenden Malereien am hölzernen Deckengewölbe? Wir werden sie beizeiten restaurieren wollen.
Dann darf ich die Herrschaften in den nächsten Raum begleiten. Wir wählen den Weg über den östlichen Corridor und durch die Bibliothek.
Eine visite guidée durch das Château kommt nicht an der Salle des mousquetaires vorbei.
Dieser Raum ist bedeutend jünger wie derjenige, den wir eben gesehen haben. Architecturgeschichtlich befinden wir uns hier im Zeitalter des Neobarock, einer Spielart des Historismus. Die Stilmittel nehmen auf die früheren Concepte Bezug, sind aber in sich bereits modern. Die chinopesce Grundlinie verleiht dem Raum eine exotische Frische und überraschende Tangenten. Seinen eigentlichen Glanz entfaltet er erst durch das Inventar, welches quasi zum Bauwerk an sich zu zählen ist: Die Vasen und Teecommoden gestalten die Galerie durch eine frische, mutige Facon.
Sie sagen es, Madame! Sie sagen es! Nunmehr habe ich eine Perle des archipelischen Barocks für Sie. Eine wunderbar opulente Galerie. Wenn die Herrschaften mir folgen möchten, erlaube ich mir vorauszugehen.
Der Oberhofbaumeister führt Seine Majestät den König und Ihre Excellence Präsidentin Jones in die Galerie.
Bitte hier entlang.
Es ist der Paradesaal des Gebäudes. Die ovalen Fensterchen oben dienen nur der Ästhetik. Es befinden sich keine Räume dahinter. Als wir 1973 diese Wand einrissen, um eine Wasserleitung zu verlegen, entdeckten wir einen bislang unbekannten Zwischenraum. Also haben wir die Wand zurückversetzt und den Saal um einen Sechzehntel vergrößert. Sie sehen das gut, wenn Sie hier in der Mitte auf die centrale Uhr über dem Fenster blicken. Die Uhr ist nicht ganz in der Mitte. Und all das haben wir einem Wasserhahn zu verdanken! Diese vier nur spärlich bekleideten Damen in den Ecken an der Decke sind die Allegorien der Güte, der Weisheit, der Frömmigkeit und der Freiheit, umringt von Rokokoputten, die von den vier Enden der Erde Seide, Elfenbein, Gold und Öl herbeibringen. Das Gold kommt natürlich aus Astor.
Dieser Saal ist das Kernstück des Schlosses. Hier werden zwei mal jährlich alle wichtigen internationalen Größen eingeladen. Wir nennen ihn aufgrund seiner Abmessungen und ob der nachtblauen Saphire in den Winkelcasetten schlicht den Großen Blauen Saal. Das Corps de Logis, also das Hauptgebäude, in dem wir uns hier befinden, war ursprünglich viel kleiner geplant und wurde später mehrfach erweitert. Dieser Saal ist gewissermaßen die centrale große Halle in der ersten Etage oberhalb der Freitreppe. Das Schloss wurde im Jahre 1674 im Stil des Hochbarock erbaut. 1781 folgte der neoklassizistische Ostflügel sowie das Gartenpalais. Wie Sie in diesem Raum sehen, bricht der neue Stil die reglementierten Categorien der Renaissance auf und nimmt mit convexen Formen und ornamentaler Decoration die Verspieltheit der Natur auf. Im Visiteur soll die Illusion von Macht, Vitesse und Stärke hervorgerufen werden.